Die grünen Medienmacher

Das Thema Nachhaltigkeit ist überall. Was mit der Umweltbewegung in den frühen 70er-Jahren als energische Nischengruppierung begann, steht heute regelmäßig auf der Tagesordnung von politischen Parteien und Top-Unternehmen.

Spotlight Grüne Medienmacher

Spotlight Grüne Medienmacher: Nachhaltigkeit ist zu einem Top-Thema geworden

Damit erobert Nachhaltigkeit auch die journalistische Welt. Fachmagazine wie enorm, FaktorY und global schießen wie Pilze aus dem Boden. Doch Nachhaltigkeit in der Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben, ist die eine Herausforderung. Die nächste ist, das Ganze so zu kommunizieren, dass es weitere Wellen schlägt.

Neue Portale greifen Medienmacher unter die Arme: Das Forum Grüner Journalismus hilft Journalisten bei der Informationsbeschaffung für ihre Artikel, das grüne Presseblog EcoPress gibt PR-Managern Raum für ihre Anliegen. Wir stellen beide vor.

Mit Wissen und Widersprüchen

 

Grüner_Journalismus_LogoPraktische Recherchetipps, Blogbeiträge & Interviews und fundierte Informationen: Als Portal für Journalismus und Nachhaltigkeit füllt Grüner Journalismus seit 2014 eine wichtige Lücke in der deutschen Medienlandschaft. Um (angehende) Journalisten bei der Berichterstattung über Umwelt und Nachhaltigkeit zu unterstützen, arbeitet ein Team des Instituts für Kommunikation und Medien der Hochschule Darmstadt gemeinsam mit einer Handvoll freier Journalisten an dem Portal.

Professor Dr. Torsten Schäfer von der Hochschule Darmstadt ist Redaktionsleiter. Er arbeitet selbst schon lange als Umweltjournalist und war Natur-Redakteur bei der internationalen GEO-Ausgabe. Seiner Erfahrung nach brauchen Journalisten im Bereich Nachhaltigkeit drei Eigenschaften: Ein gutes Netzwerk, breites Allgemeinwissen, und genug Zeit, um die erhaltenen Informationen zu evaluieren.

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Dr. Torsten Schäfer, Redaktionsleiter von Grüner Journalismus

„Man muss offen für Widersprüche sein“, findet Schäfer, „und das komplexe Leitbild Nachhaltigkeit auf Teilthemen herunterbrechen.“ Daher vermittelt Grüner Journalismus Informationen in den sechs Schwerpunkten Finanzen, Energie, Klima, Fischerei, Mobilität und Biodiversität.

Mit ihrem Anliegen, Journalisten neue Ansätze zu vermitteln, um Zukunftsthemen spannend zu vermitteln, sind Schäfer und die Macher von Grüner Journalismus in bester Gesellschaft: Seit 2012 bietet die Leuphana Universität Lüneburg das berufsbegleitende Zertifikatsstudium Nachhaltiger Journalismus an – mit ungeahntem Multiplikatoreffekt: Alumni des Zertifikats haben mit weiteren Journalisten das Netzwerk Weitblick gegründet, um den Austausch untereinander weiter zu schärfen.

Veränderung braucht Werte

Mit Neuigkeiten aus der Nachhaltigkeitsbranche befasst sich auch das Portal EcoPress. Der Presseblog zur strategischen Kommunikation nachhaltiger Meldungen verzeichnet etwa 12.000 Zugriffe monatlich, mit Tendenz nach oben.

ecoPressBlog_Logo1200rgbDahinter steckt die Werbeagentur Grüne Helden, die sich auf nachhaltige Kommunikationskonzepte und Medienproduktionen für öko-soziale Unternehmen und Marken spezialisiert hat. Mit EcoPress wollen sie ihren Kunden bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen und die Rezipienten für Nachhaltigkeit sensibilisieren.

„Für einen positiven Wandel müssen wir Dingen wieder mehr Respekt gewähren und ihnen ihren tatsächlichen Wert zumessen“, findet Inhaber Andreas Sauer. So seien die Ziele heute Langlebigkeit, Wiederverwertbarkeit und Reparaturfähigkeit. „Klasse statt Masse reduziert die Ausbeutung von Mensch, Tier und Ressourcen weltweit.“

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Andreas Sauer, Inhaber von Grüne Helden

Den Anspruch der Wertschätzung pflegt die Agentur auch bei sich selbst. Freiberufliche Mitarbeiter werden „Talente“ genannt. Das „Büro“ des Netzwerks besteht aus mehreren variablen Orten, in denen die Grünen Helden Arbeit, Familie, Freizeit und individuelle Bedürfnisse vereinen können.

Sie alle arbeiten an dem gleichen Ziel: EcoPress zum wichtigsten Nischen-Presse-Blog der nachhaltigen Branche auszubauen und somit das Bewusstsein für grüne Themen und eine nachhaltige Zukunft weiter zu erhöhen.

2 Kommentare zu “Die grünen Medienmacher

  1. Gerd Heistermann

    Was hintert uns, das zu entecken, was wirklich zählt? Und nachhaltiger zu handeln? Es liegt weniger am Wissen oder am Geld, meint der Klimaexperte Prof. Messner. Es sei vielmehr unsere Pfadabhängigkeit, also unsere Angst, etwas Neues zu wagen und damit Fehler zu riskieren. Deshalb schaue ich als Lokaljournalist darauf, wo Menschen gemeinsam etwas gestalten, was ihnen am Herzen liegt: vom Lyrikabend mit eigenen Gedichten über den Schulhof, das Stadtquartier bis hin zu Genossenschaften. Im Lokalen entsteht das Neue, sagen Soziologen wie Alexander Dill, Hirnforscher wie Gerald Hüther in „Kommunale Intelligenz“ oder Publizisten wie Christian Nürnberger. Es ist schon da. Wir müssen deshalb nicht belehren oder predigen. Als Lokalradio sind wir der Resonanzverstärker der Qualitäten, die das Herz aufgehen lassen wie Mut, Phantasie und Findigkeit in Verbundenheit mit anderen.

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    1. Vanessa Wonka Autor

      Vielen Dank für diesen schönen Beitrag, dem wir uns direkt anschließen: Es braucht viele kleine Geschehnisse, um Großes zu bewirken – und die wollen erzählt werden!

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