„Die Technik des 21. Jahrhunderts hält viele Chancen für Schwerstbetroffene bereit.“

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Rebecca Jung

Expertenprofil: Rebecca Jung, Pressesprecherin für die Dr. Becker Klinikgruppe

Die Dr. Becker Klinikgruppe umfasst neun Kliniken, in denen vor allem orthopädische, neurologische, psychosomatische sowie kardiologische Rehabilitation und Heilbehandlung angeboten wird. Mittlerweile ist die Gruppe einer der größten Anbieter von stationärer psychosomatischer Rehabilitation in Deutschland. Mit etwa 1.950 Mitarbeitern betreut das Unternehmen jedes Jahr rund 22.500 Patienten und erwirtschaftet einen Umsatz in Höhe von ca. 85 Mio. Euro.

Rebecca Jung ist seit fünf Jahren Pressesprecherin für die Dr. Becker Klinikgruppe und Antwortgeberin bei ResponseSource. Wir wollten etwas mehr über ihr Unternehmen erfahren.

 

Die Dr. Becker Klinikgruppe verfügt über Kompetenzen in der Rehabilitationstherapie in den Bereichen Psychosomatik, Orthopädie und (Akut-)Neurologie. Was sind die größten Herausforderungen in der Reha-Behandlung und was ist dabei Ihr Ansatz?

Patienten kommen immer früher aus den Akuthäusern zu uns. Wir versorgen mehr schwerstbetroffene Patienten als früher und müssen uns darauf  entsprechend personell und technisch einstellen. Eine weitere Herausforderung ist der Fachkräftemangel.

Eine weitere Herausforderung ist, dass Patienten heutzutage, dank Google, sehr viel über ihre Krankheit wissen und mitreden wollen. Man muss ihnen also anders – nämlich auf Augenhöhe – begegnen.

Unser Ansatz dabei (wie auch in unserer Unternehmensvision festgeschrieben): Wir gestalten die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts. Die Reha des 21. Jahrhunderts entwickelt sich fortlaufend. Sie ist ein Kontinuum, in dem wir uns ständig hinterfragen.

Es gibt seit März letzten Jahres Mitarbeiter-Workshops, die sogenannten Zukunftsdialoge. Hier diskutieren wir mit den Mitarbeitern, was sie in ihrem Arbeitsalltag erleben, wo sie die Reha verbessern und verändern müssen bzw. wollen.

Wir beobachten konsequent technische Neuerungen, diskutieren diese mit unseren Therapeuten und setzen auf die Digitalisierung, wo immer es uns sinnvoll erscheint. Die Technik des 21. Jahrhunderts hält viele Chancen für Schwerstbetroffene bereit.

Wir schulen unsere Mitarbeiter im Umgang mit den Patienten, Rehabilitation ist die „sprechende Medizin“. Wir diskutieren mit ihnen veränderte Patientenbedürfnisse. Wir schulen auch unsere Chefärzte und pflegen im Unternehmen einen „Dialog auf Augenhöhe“.

Sie setzen in der Rehabilitation auch auf innovative Methoden wie Reha mit Hund oder Kind. Welche Vorteile bieten diese Formen der Behandlung?

 Beide genannten Produkte haben zunächst für die Klientel – Eltern und Hundebesitzer – den Vorteil, dass sie ihre Reha antreten können. Wir haben immer wieder erlebt, dass Menschen, die dringend eine Reha benötigt hätten, diese nicht in Anspruch genommen haben, weil sie nicht wussten, wohin mit dem Kind oder dem Hund. Ihnen ermöglichen wir jetzt die Behandlung, die sie brauchen. Das bedeutet jedoch auch einen extrem hohen Aufwand, die Organisation verlangt unseren Kliniken sehr viel ab.

Sie haben ebenfalls einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem Sie Ratgeber zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen veröffentlichen. Was war die Motivation für diese Art der Online-Präsenz und wie wählen Sie Ihre Themen aus?

Es ist unsere Strategie, da zu sein, wo unsere Kunden sind. Das Internet und Youtube ist eine große und wichtige Suchmaschine. Hier wollen wir präsent sein und unseren Kunden guten Service bieten.  Medizinische Infos kann man mit Videos emotionaler aufbereiten als mit einem anderen Medium.

Die Themen sind eine Mischung aus unseren Kernkompetenzen in den einzelnen Häusern und den Nachfragen unserer Kunden. Wir wissen beispielsweise, dass sich unsere Patienten sehr für unsere Häuser, die Zimmer, Ausstattung, Umgebung usw. interessieren, bevor sie zu uns kommen – ähnlich  wie ein Tourist Informationen über ein Hotel zusammenträgt, bevor er es bucht. Also bemühen wir uns, für jede Einrichtung Hausführungen per Video zu produzieren.

Wo sehen Sie die Herausforderungen, psychosomatische und neurologische Themen an die Presse zu bringen? Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit ResponseSource gemacht?

Eine der größten Herausforderungen liegt darin, Themen zu finden, über die noch nicht zigmal geschrieben wurde. Themen wie „Burnout“ haben z.B. ihren Neuigkeitswert für die Presse verloren. Umgekehrt sind manche Themen sehr komplex und erklärungsbedürftig. Da braucht es ein gutes Händchen, die kleinen, spannenden Details zu finden, die plastisch und neu sind, wie z. B. die Frage, wie sich eigentlich Kommunikation verändert, wenn man nach einem Schlaganfall nicht mehr lächeln kann.

ResponseSource ermöglicht es unserer PR-Abteilung, sehr passgenau auf Anfragen zu antworten, der Streuverlust ist gering und die Arbeit damit sehr effektiv. Ich kann direkt bei der Anfrage entscheiden, ob ich etwas Passendes anzubieten habe und der Journalist kann einschätzen, ob mein Content / meine Gesprächspartner für sein Thema ein Plus bedeuten. Das hat einmal bereits hervorragend funktioniert und war für beide Seiten ein Gewinn.

Wie sieht die Zukunft für die Dr. Becker Klinikgruppe aus, welchen Entwicklungen blicken Sie entgegen?

Patientenbedürfnisse werden sich weiter ändern und auch die Gesellschaft insgesamt: Wir müssen uns z. B. auf immer ältere Patienten einstellen, auf Alleinerziehende usw.

Auch Mitarbeiterbedürfnisse verändern sich: Heute sind beispielsweise die Work-Life-Balance und die Möglichkeiten der Mitbestimmung wichtig. Darauf reagieren wir unter anderem mit Teilzeitstellen, auch für Leitungsfunktionen, flexibler Dienstplangestaltung und unseren regelmäßig stattfindenden Zukunftsdialogen.

Für den Fachkräftemangel müssen wir Lösungen finden. Wir gehen zudem davon aus, dass die stationäre Reha weiter abgebaut wird zugunsten der ambulanten Versorgung und müssen uns darauf einstellen.

Die Medizin wird sich weiter digitalisieren, da werden wir ebenfalls mitgehen.

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