Über die Beziehungen zwischen Bloggern und PR

(K)eine Liebesgeschichte – Über die Beziehungen zwischen Bloggern und PRlern

Die gute Nachricht vorweg: Mehr als die Hälfte der deutschen Blogger begrüßt es, von Kommunikationsverantwortlichen kontaktiert zu werden. Das ergab eine Studie von IPREX im letzen Jahr, wie auch PRREPORT berichtete. Das Blogbarometer des internationalen Kommunikationsnetzwerkes zeigt aber auch, dass die Art und Weise, wie Blogger kontaktiert werden, zu wünschen übrig lässt. Doch woran genau liegt das?

Was sich liebt, das neckt sich

Wir erinnern uns an die IKEA-Bloggerin Jules Yap, die auf IKEAHackers als Fan des Möbelriesen Tipps und Verbesserungsvorschläge für den Auf- und Umbau von IKEA-Möbeln  gab und prompt von dem Unternehmen verklagt wurde. Sie hatte angefangen, auf ihrem Blog Werbung zu schalten. Daraufhin wurde sie von dem Möbelhaus aufgefordert, IKEA ihre Domain zu übertragen. Nach den Verhandlungen durfte sie diese aber weiterhin behalten, allerdings ohne Werbung zu schalten und somit ohne jegliche Einnahmen. Die Bloggerin  schreibt nach diesem PR-Ausetzer trotzdem weiterhin für ihre Seite.

Dies ist vielleicht nur ein unglückliches Beispiel, aber zeigt es doch auch, dass nicht alles ganz so rund läuft zwischen Bloggern und PRlern. Im Normalfall freuen sich Unternehmen und Marken, wenn Blogger Ihre Produkte vorstellen. Denn besonders Blogger (aber auch YouTuber) genießen eine hohe Glaubwürdigkeit unter ihren Followern. Für Unternehmen ist dies natürlich besonders interessant: Das, was Blogger vorstellen und gut finden, kommt auch bei den Lesern gut an. Und Bloggende können in dem Interesse von Unternehmen durchaus etwas Positives sehen. Schließlich besagt dies, dass ihr Blog nicht allzu schwer auffindbar ist, tatsächlich gelesen wird und das Potenzial für eine noch größere Followerschaft hat. Zudem zeigt es den Blogbetreibern, dass sie nicht mehr am Anfang stehen und im Laufe der Zeit etwas auf die Beine gestellt haben, dass sich zeigen lässt. Trotzdem gilt es gerade dann, weiterhin für seine Leser und innerhalb der Blogger-Community authentisch zu bleiben. Nicht jedes Produkt, das ungefragt im Briefkasten landet, muss auch angenommen und auf dem Blog erwähnt werden. Die Gefahr, schnell als käuflich zu gelten, ist groß. Übrigens hat Sven Wiesner auf seinem Blog madbutphat einen wortreichen Rant darüber verfasst, wie sich Blogger mitunter in die falsche Richtung entwickeln.

Vor einiger Zeit ging dann der Begriff „Blogger-Kodex“ durch die deutsche Weblandschaft. Die Reiseblogger haben bereits 2013 einen „Reiseblogger-Kodex“ verfasst, der seitdem erweitert wurde, um auf sämtliche Blogs angewendet zu werden. Unter diesem hat sich eine Gemeinschaft gebildet, die für ethische Grundlagen beim Bloggen steht. Die Agenturen zogen nach: Zum Beispiel hat sich achtung! hier Leitlinien für Kooperationen mit Bloggern gesetzt und auch PONY & BLOND, die Agentur für Blogger Relations und PR hat einen Blogger-Relations-Kodex ins Leben gerufen. Offensichtlich besteht auf beiden Seiten ein großer Bedarf an Regeln, die die Kooperationen miteinander einfacher gestalten sollen.

Das schwierige Verhältnis zwischen PR und Bloggern hat verschiedene Ursachen. Es kommt immer noch vor, dass Kommunikationsverantwortliche wahllos trockene Pressemitteilungen verschicken. Manche erwarten von den Bloggern auch, dass Sponsored Posts nicht gekennzeichnet werden – eine Forderung, auf die Blogger nicht eingehen sollten, da sie so ihre Glaubwürdigkeit gefährden. Zudem merken Blogger es ziemlich schnell, wenn sie nur als einer von vielen angeschrieben werden. Unpersönliche Kontaktaufnahmen kommen nicht sehr gut an.

Auf gute Zusammenarbeit

Kooperation

Können Blogger & PRler zusammenarbeiten?

Angebotene Zusammenarbeit von Unternehmen muss vor allem relevant sein und zu dem Themenbereich des angesprochenen Blogs passen. Oftmals ist es auch förderlich, wenn sich jemand aus der Presseabteilung direkt auf Blog-Relations konzentriert und einfallsreiche Lösungen an- bieten kann. Aber auch die Blogger selbst sollten nicht vergessen, dass es auch ihr Zutun braucht, um interessante Inhalte zu schaffen.

Auf ein paar grundsätzliche Dinge sollte man als PR-Verantwortlicher bei der Ansprache von Bloggern achten:

  • Persönliche Ansprache
  • Relevanz und Themenbereich des Blogs
  • Blog nach Infos zu möglichen Kooperationsformen durchsuchen
  • Produkttests und Sponsored Posts gering halten
  • Kreative Ideen anbieten, wie z.B. ausgefallene Bloggerparaden, Leseraktionen oder interaktive Infografiken

Viele Blogger informieren schon vorab auf ihren Blogs, wie sie gerne mit PR-Verantwortlichen kooperieren würden. Schon allein deshalb ist es ratsam, sich mit den Blogs individuell auseinanderzusetzen. Auch wenn das mehr Zeit in Anspruch nimmt. Am Ende erreicht man mit dem einen richtigen Kontakt aber genau die Zielgruppe, die wichtig ist und schafft gemeinsam etwas, das langfristig beiden Seiten hilft – und dem Leser.

Welche Erfahrungen haben unsere Leser mit Blogs oder PR-Kommunikations-verantwortlichen? Bist du vielleicht selbst Blogger und kannst uns etwas über die Arbeit mit PRlern erzählen? Wir freuen uns über eure Berichte und Meinungen in den Kommentaren.

Kategorie: Blogs | Blogger | Stichwörter: , , ,
Datum: | Autor:

Über Mandy Passehl

Mandy Passehl, Media Researcher der DACH Region, war vom September 2013 bis Juli 2015 für DWPub tätig. Nach ihrem fünfjährigen Studium der Asien- und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und einem sechsmonatigen Aufenthalt in Japan, verschlug es sie durch ein Praktikum bei DWPub nach London. Sie hat Erfahrungen im Bereich Radio-Journalismus sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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