„Ethik und Compliance muss gelebt werden“

Kathrin Niewiarra Portrait

Kathrin Niewiarra vom Compliance Channel

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Expertenprofil: Dr. Kathrin J. Niewiarra, Compliance Channel

Dr. Kathrin Niewiarra ist Rechtsanwältin und Attorney-at-Law (NY). Nach anwaltlicher Tätigkeit in den USA und Deutschland und Managementfunktionen in Konzernen verfolgt sie seit September 2012 ihre Geschäftsidee der ganzheitlichen Compliance-Beratung mit einem disruptiven Ansatz unter der Marke bleu&orange®. Sie fungiert außerdem als Ombudsfrau und Interim-Managerin sowie Gründerin und Geschäftsführerin des Compliance Channel, eines Web-TV-Senders im Themenspektrum Ethik und Compliance.

Bei Compliance geht es – vereinfacht gesagt – um Verhaltensregeln in der Wirtschaft und rechtliche Konsequenzen, wenn diese nicht berücksichtigt werden. Wie kamen Sie auf die Idee, dieses recht komplexe und trockene Thema über einen Web-TV-Kanal darzustellen?

Drei maßgebliche Gründe haben mich dazu bewogen, den Compliance Channel vor knapp vier Monaten zu gründen:

  1. Ganzheitlicher Ansatz erforderlich: Besonders in einer globalisierten Welt benötigt die Umsetzung erfolgreicher Compliance im Geschäftsalltag nicht nur eine rechtliche und betriebswirtschaftliche Herangehensweise, sondern erfordert auch ethische, kommunikative und soziale Kompetenz und damit einen ganzheitlichen und interdisziplinären (Management-)Ansatz.

  1. Web 2.0: Die Außendarstellung und Kommunikation des wichtigen Themas Compliance darf die Zeichen der Zeit nicht verschlafen und muss sich an den aktuellsten technischen und gesellschaftlichen Trends der Mediennutzung im Web 2.0 orientieren. Daher setzt der Compliance Channel auf audiovisuelle, interaktive und vernetzte Formate, die wir prägnant gestalten und schnell zugänglich auf unserer Plattform bereitstellen.
  1. Ethik und Compliance muss gelebt werden: Compliance ist nicht das geschriebene Wort, sondern Compliance sind Menschen, ist Kommunikation und muss gelebt werden – deshalb ist es notwendig, die Themen Ethik und Compliance authentisch von Mensch zu Mensch darzustellen. Wie könnte dies besser vermittelt werden als durch das Leitmedium Video auf einer Plattform, die es jedem ermöglicht, zu jeder Zeit und an jedem Ort, Zugang zu diesen Informationen zu haben.

Die Themen Compliance und Ethik gewinnen in der modernen Wirtschaft seit Jahren an Bedeutung. Warum denken Sie ist das so und worin liegt ihre Notwendigkeit?

Eine Vielzahl von Unternehmensskandalen wurde in den letzten Jahren durch Wirtschaftsstraftaten wie Korruption, Betrug oder Kartelldelikte verursacht. Drastische rechtliche Sanktionen, ein immer engmaschigeres Netz nationaler und internationaler Gesetzesregelungen sowie massive Reputationsschäden für die Beteiligten haben deutlich gezeigt, dass Compliance (Management) zu einem notwendigen Bestandteil einer nachhaltigen und risikobewussten Unternehmenstätigkeit geworden ist. Infolgedessen ist das fachliche und öffentliche Interesse am Thema Compliance sowie seine betriebswirtschaftliche Bedeutung sprunghaft gestiegen.

Die Gefahren und Risiken, die mit dem Thema Compliance einhergehen sind meines Erachtens mittlerweile ganz gut bekannt. Allerdings ist die Diskrepanz zwischen Theorie und praktischer Umsetzung von Compliance-Vorschriften im Geschäftsalltag eine große Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Öffentlichkeit immer mehr darauf schaut, ob sich Unternehmen integer und ethisch verhalten. Die Unternehmen werden an ihren Taten gemessen – und dies nicht erst seit „Dieselgate“.

Gelebte Compliance hat zudem für Unternehmen Vorteile: Sie erhöht langfristig die Wettbewerbsfähigkeit, stellt damit einen Wettbewerbsvorteil dar und fördert den Profit. Compliance untermauert den guten Ruf und das Image des „ehrbaren Kaufmanns“, jedoch ist eine Unternehmenskultur, die Werte vermittelt und Integrität fördert, unverzichtbar.

Auf ihrem Web-TV-Kanal gibt es Best Practice Interviews, Statements und Erklärvideos. Wen wollen Sie damit erreichen und wie bilden Sie die Interdisziplinität des Themas ab?

Unsere oben beschriebene ganzheitliche und interdisziplinäre Herangehensweise spiegelt sich in unserer Programmgestaltung, genau wie in der Zusammensetzung unserer Mitarbeiter und in der Auswahl unserer Kooperationspartner wider.

Wir bringen anerkannte Fachleute unterschiedlichster Branchen und Professionen zusammen und bieten ihnen einen einzigartigen multimedialen Best Practice Showroom für Compliance. Ob Experten aus Unternehmen, Beratungshäusern, Kanzleien, Fachverlagen oder Wissenschaftseinrichtungen – wir bieten unseren Zuschauern und Experten ein neuartiges zeitgemäßes Forum rund um das Thema Ethik und Compliance.

Unser Programm spricht in erster Linie alle Menschen an, die sich beruflich mit dem Themengebiet Compliance befassen. Darunter sind Angehörige von Unternehmen wie Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte, Compliance Officer und Manager risikobehafteter Unternehmensbereiche, aber auch Rechtsanwälte, Unternehmensberater und IT-Dienstleister im Compliance-Umfeld. Des Weiteren richtet sich unser Angebot auch an Mitarbeiter staatlicher Behörden, NGO’s, Journalisten sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Wo sehen Sie Herausforderungen, speziell die Themen Compliance und Ethik an die Presse zu bringen? Welche Erfahrungen haben Sie mit ResponseSource gemacht?

Insbesondere Compliance ist bisweilen immer noch mit Vorurteilen besetzt – Stichwort Geschäftsverhinderung -, was dazu führt, dass wir genervt sind, wegschauen und uns nicht mehr mit diesen spannenden Dingen beschäftigen wollen. Dies macht eine integre Berichterstattung nicht gerade einfach – entweder es wird „noch so ein Beitrag über Compliance“ oder notgedrungen werden Aufhänger wie „Compliance tötet“ gesucht (dies ist mir tatsächlich einmal als Aufmacher vorgeschlagen worden). Erfolgversprechend ist es daher aus meiner Sicht, die Ernsthaftigkeit der Beschäftigung mit diesem Themenspektrum herauszustellen, aber auch nicht aus den Augen zu verlieren, dass es sich beim Umgang damit um ein zutiefst menschliches und damit spannendes Phänomen handelt – mit allen Höhen und Tiefen – und daher ein ausgesprochen facettenreiches Gebiet ist.

ResponseSource bietet eine großartige Plattform für Wissensvermittlung und ermöglicht eine unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Journalisten, Unternehmen, Organisationen, Wissenschaft und Lehre. Ich selbst hatte bereits die Möglichkeit, als Expertin einen Fachjournalisten bei Anfragen zu unterstützen. Ich freue mich schon auf weitere Anfragen.

Kategorie: Expertenprofile, PR | Kommunikation | Stichwörter: , ,
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Über Christiane Gross

Christiane Gross ist gebürtige Südtirolerin und hat nach ihrem BWL Studium an der Bocconi Universität in Mailand mehrere Jahre im Marketingbereich für internationale Lebensmittelkonzerne in Barcelona gearbeitet. Dort hat sie dann ihren Job an den Nagel gehängt und sich für ein Jahr auf Weltreise begeben. So ist sie in London „hängengeblieben“, um dort eine Familie zu gründen. Bei ResponseSource kümmert Sie sich um die Antwortgeberseite als Marketing and Sales Executive.

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