„Existenzgründung bedeutet für mich Freiheit.“

Franz Sauerstein Gründerschiff

Franz Sauerstein

Expertenprofil: Franz Sauerstein, Gründerschiff

Franz Sauerstein gründete mit 14 im Rahmen eines Schulprojektes bereits sein erstes Unternehmen – einen Imbissstand – und kam auf den Geschmack des Unternehmertums. Nach dem Abitur gründete er Xciting Webdesign bis er dann im Jahr 2015 Moritz Meidert und das Gründerschiff kennenlernte. Seitdem ist er als Bordingenieur / Chief Marketing Officer mit an Bord und ist ebenfalls als Antwortgeber bei ResponseSource unterwegs.

 

Hallo Franz! Du hast schon sehr früh angefangen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Was fasziniert dich an der Existenzgründung?

Existenzgründung beziehungsweise Unternehmertum bedeutet für mich Freiheit. Man arbeitet zu seinen eigenen Bedingungen und kann sein Leben gestalten, wie es einem gefällt. Man ist flexibel – und – ganz gegensätzlicher zur landläufigen Meinung – auch sicherer versorgt. Wer in einem Angestelltenverhältnis arbeitet, hat nur einen Kunden. Selbstständige meistens zehn- bis zwanzigmal so viele.

Aber nicht nur die Flexibilität und die Sicherheit sind für mich faszinierend. Als Gründer hat man es ständig mit neuen, spannenden Menschen zu tun – die auch oft zu Unterstützern und Freunden werden. Man erhält unglaublich viele Einblicke in die Realität von hunderten Menschen. Jeden Morgen aufs Neue tritt man aus seiner Komfortzone heraus und stürzt sich in neue Abenteuer – seien diese jetzt bürokratischer, technischer, sozialer oder wortwörtlicher Art. Jeden Abend überlegt man sich: „Was kann ich morgen tun, um das Leben meiner Mitmenschen und mir zu verbessern?“ Und am nächsten Morgen kann man dieses Projekt dann auch angehen.

Wie hilft Gründerschiff jungen Unternehmern und Startups weiter?

Gründerschiff entstand aus der aktuellen Situation der Existenzgründungsförderung in Deutschland heraus. Viele Angebote sind bedingt durch staatliche Förderungen so gestrickt, dass Gründungsberater möglichst kurz und intensiv mit einer Gründerin oder einem Gründer zusammenarbeiten wollen. Es gibt keine Motivation für diese Gründungsberater, das Unternehmen langfristig zum Erfolg zu begleiten. Außerdem ist es für Gründerinnen und Gründer nahezu unmöglich, gute von schlechten Beratern zu unterscheiden, da es keine Zertifizierungen und Ausbildungen gibt.

Hier setzt Gründerschiff an: Unsere Gründerschiff Lotsen sind erfahrene, handverlesene Gründungsberater, die durch uns ausgebildet und qualifiziert werden. Die Lotsen sind in ganz Deutschland verteilt und begleiten die Gründerinnen und Gründer – statt sie nur zu beraten. Services und Produkte wie Buchhaltung, Online-Kurse zu Fachthemen oder das Aufsetzen einer Website können von Gründern gebucht werden, damit sie den Fokus auf das Kerngeschäft setzen können. Begleitete Gründungen sind mit einer viermal höheren Wahrscheinlichkeit erfolgreich als solche ohne Begleitung.

Was siehst du als die Hauptgründe an, warum ein Startup scheitern kann und was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

Start-ups scheitern am häufigsten, weil

  • Kein Bedarf am Markt vorhanden ist
  • Die Finanzreserven zu gering sind
  • Das Team nicht zusammenpasst
  • Die Konkurrenz schneller und stärker ist
  • Preise und Kosten nicht aufeinander abgestimmt sind
  • Das Geschäftsmodell unausgereift ist oder sogar fehlt.

Der Erfolg von Start-ups hängt davon ab, ob sie die Schwachstellen in ihren Konzepten finden und flicken und ihre Stärken ausspielen können. Bei unserer Systemgründungsbegleitung zum Beispiel nehmen wir die Gründerteams bei der Bedarfsprüfung an die Hand und zeigen ihnen, wie sie durch Interviews und Umfragen die Nachfrage am Markt prüfen können. In einem anderem Schritt werden die Finanzpläne geprüft, um sicherzustellen, dass genügend Finanzreserven vorhanden sind, um es über die anfängliche Durststrecke bis zu dem Punkt zu schaffen, wo das Start-up sich selbst trägt.

Berlin, London, Amsterdam, die Liste an sogenannten Startup-Hotspots nimmt zu. Welche europäische Stadt findet ihr für Startups momentan am interessantesten und warum?

Ganz klar: München. Die bayerische Landeshauptstadt legt langsam ihr Schickeria- und Schnöselgründer-Image ab und zeigt was sie kann. Die Gründungsförderung an der Technischen Universität München hat Vorbildcharakter. Die zahlreichen Hochschulen bilden viele schlaue Köpfe aus, die gerne in der schönen Stadt bleiben und arbeiten möchten. Zusammen mit der guten staatlichen Unterstützung und zahlreichen privaten Initiativen und Veranstaltungen (Bits & Pretzels zum Beispiel) hat sich hier eine super Gründungskultur entwickelt.

Ihr unterstützt auch Journalisten bei ihrer Recherche auf ResponseSource.de. Was waren bisher eure Erfahrungen als Antwortgeber und würdet ihr das Tool für Existenzgründer weiterempfehlen?

Unsere Erfahrungen mit ResponseSource.de und den Journalisten auf der Plattform sind bis jetzt durchweg positiv. Die Kategorisierung der Themen, die freundlichen Antworten der Journalisten und die spannenden Anfragen machen einfach Spaß. Die Journalisten profitieren von Expertenwissen und den Erfahrungen aus der Praxis, wir und andere Antwortgeber von der Reichweite. Das ist natürlich eine Win-Win-Situation – wir empfehlen ResponseSource.de unseren Gründerinnen und Gründern gerne weiter.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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