„In unserer Gesellschaft gibt es aus feministischer Sicht noch viel zu tun.“

Melanie Schröder

Melanie Schröder

Journalistenprofil: Melanie Schröder, freie Journalistin

Melanie Schröder arbeitet als freischaffende Journalistin in Berlin. Bevor sie sich entschloss, Journalistin zu werden, arbeitete sie unter anderem als Industriemechanikerin und Anzeigenberaterin. Nachdem sie zwischendurch ihr Abitur nachholte, studierte sie Deutsche Literatur und Gender Studies an der Humboldt-Universität. Seit Oktober 2016 arbeitet sie als freie Autorin u. a. für ze.tt, das Online-Portal des ZEIT-Verlags, und jetzt.de von der Süddeutschen Zeitung. Sie schreibt und twittert zu Gender- und Queerthemen, Feminismus, Literatur, Film & Fernsehen, Kultur, Gesellschaft und Politik. Wir sprachen mit ihr über ihre Arbeit.

 

Sie sind freie Journalistin – über welche Themen schreiben Sie so?
Meinen persönlichen Schwerpunkt habe ich auf feministische und genderkritische Themen gesetzt. Aber auch die Bereiche soziale Gerechtigkeit und vor allem Bildungsgerechtigkeit interessieren mich sehr.

Sie sind ausgebildete Industriemechanikerin und haben Gender Studies studiert. Warum haben Sie sich dazu entschieden, Journalistin zu werden?
Mit Abschluss meiner Ausbildung wurde mir klar, dass ich ohne höhere Schulbildung kaum Aufstiegschancen habe. Daher habe ich beschlossen, das Abitur nachzuholen, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte, was ich damit eigentlich machen wollte. Während meiner Zeit an der Abendschule wurde mir dann von meinen Deutschlehrerinnen an Herz gelegt, Journalistin oder Autorin zu werden. Damit war mein Berufswunsch geboren.
Das Interesse an feministischen Themen hatte ich eigentlich schon immer, bzw. es hat sich während meiner Ausbildungszeit noch weiter ausgeprägt: Als Frau in einem typischen „Männerberuf“ zu arbeiten – und vor allem akzeptiert zu werden – kann mitunter ziemlich schwierig sein. Mir wurde klar, dass es auch in unserer vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft aus feministischer Sicht noch viel zu tun gibt. Deshalb habe ich mich in meinem Studium für das Zweitfach Gender Studies entschieden und letztendlich mein Interesse für feministische und sozialkritische Themen mit meiner Leidenschaft zum Schreiben verbunden.

Sie schreiben viel über Feminismus und gesellschaftliche Themen und haben deshalb auch bereits Hasskommentare bekommen. Wie gehen Sie damit um und haben Sie Tipps für andere Journalist*innen, die davon betroffen sind?
Mit der Reichweite meiner Texte steigt leider auch der Umfang der „unschönen“ Kommentare. Diese sind in meinem Fall bisher sehr oft sexistisch und beleidigend gewesen. Beispielsweise wurde einer meiner ersten Artikel über meine Erfahrungen in den Gender Studies auf einem antifeministischen Blog verrissen. Doch schlimmer als das waren die Kommentare unter dem Blogeintrag, die ich mir leider alle bis zum bitteren Ende durchgelesen habe. Dieses Erlebnis traf mich damals noch sehr unvorbereitet und hat mich ein paar Tage lang beschäftigt. Deshalb kann ich Journalist_innen nur dazu raten, eben nicht alle Kommentare zu lesen. Gerade wenn sich bei den ersten schon abzeichnet, dass diese in eine beleidigende Richtung abdriften, sollte man einfach mit dem Lesen aufhören. So schwer das auch beim ersten Mal sein mag: Mit jedem Artikel wird es einfacher. Vielleicht hilft es auch, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass man mit diesem Problem wahrlich nicht allein ist.

Sie sind ebenfalls aktiv auf Twitter (@me_schroeder). Wie können Journalist_innen von Twitter und anderen sozialen Netzwerken profitieren?
Zunächst einmal komme ich über soziale Medien in direkten Kontakt mit den Leser_innen meiner Artikel, was wie oben beschrieben ein Fluch, aber manchmal auch Segen zugleich sein kann. Zugleich sind mir Twitter und andere soziale Netzwerke als Selbstmarketing-Tool sehr wertvoll: Hier kann ich mich und meine Arbeit präsentieren und gleichzeitig Kontakt zu Journalist_innen aufnehmen, die über ähnliche Themen wie ich schreiben. Zudem ist gerade auf Twitter die feministische Szene sehr aktiv, sodass ich hier immer auf dem Laufenden bin und mich schon so manches Mal zu einer neuen Artikelidee habe inspirieren lassen.

Nehmen Sie auch gern Themenvorschläge entgegen und wenn ja, wie sollten Unternehmen Sie am besten kontaktieren?
Ich nehme sehr gerne Themenvorschläge aus dem oben genannten Fachbereichen entgegen. Gerne kann man mich aber auch ohne konkreten Vorschlag per Mail kontaktieren: Diesen arbeite ich auch gerne in Absprache mit den Medien und Verlagen aus. Ein ausführliches Portfolio meiner bisherigen Arbeiten gibt es übrigens hier.

Vielen Dank für das Gespräch!

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