Lieblinks von ResponseSource

Lieblinks – Linktipps vom Dezember

2016 ist vorbei – und viele haben das Ende dieses Jahres schon richtig herbeigesehnt. Ein Jahr das mit dem Tod von David Bowie begann, konnte ja auch nicht viel Gutes bringen. Viel ist passiert und einige der Eckpunkte aus der Mediendebatte von den vergangenen 12 Monaten finden sich auch in unseren Lieblinks wieder.

Viel Spaß bei der Lektüre!

 

Brexit und der Sieg von Donald Trump in den US-Wahlen hatten letztes Jahr eine intensivere Diskussion um Social Bots losgetreten. Um den Anteil an Bots in der öffentlichen Debatte in sozialen Netzwerken offenzulegen, wurde das Projekt Botswatch ins Leben gerufen, wie Dennis Horn in seinem Blog berichtet. Ein interessantes Tool auch für Journalisten, wenn es um die Berichterstattung zu Online-Debatten und Meinungen im Internet geht.

 

Ein weiteres großes Thema dieses Jahres waren die sogenannten Filterblasen, bzw. Echokammern, angesichts des überraschenden Ausgangs in den US-Wahlen. Dirk Walbrühl von Perspective Daily hat in seinem Artikel zum Thema nicht nur gezeigt, wie es kommt, dass wir in unseren sozialen Netzwerken immer weniger differenzierte Meinungen hören, sondern zeigt auch, wie er als Journalist dagegen vorgeht und den Algorithmus sozusagen austrickst. Auf die Bundestagswahl in diesem Jahr ist er damit sicher besser vorbereitet.

 

Ein Artikel in Das Magazin sorgte diesen Monat für viel Wirbel: Darin geht es darum, wie die Methoden der Psychometrik, also der datengetriebenen Psychologie, in den Wahlkampagnen vom Brexit-Referendum und von Donald Trump genutzt wurden, um das Verhalten von Menschen in sozialen Netzwerken minutiös zu analysieren und Wähler mit genau zugeschnittenen Marketingbotschaften zu beeinflussen. Dies hat eine Debatte über den Ge- oder auch Missbrauch von Big Data für politische Zwecke entfacht und die Frage aufgeworfen, inwiefern diese Methode auch in den kommenden europäischen Wahlen eine Rolle spielen wird. Ein faszinierender und erschreckender Artikel den jeder (Politik)journalist gelesen haben sollte.

 

In einem Beitrag für Lousypennies.de spricht Stephan Goldmann sich dafür aus, dass Journalisten mehr am Diskurs in den Kommentarspalten ihrer Artikel teilnehmen sollten, denn es reiche nicht, nur Facebook für die Verbreitung von Hass im Netz zu beschuldigen. Journalisten sollten zum einen unsinnigen Behauptungen entgegenlenken und die Sachlage sozusagen verteidigen und zum anderen, die Mehrheit der Leser nicht mit den Trollen alleine lassen. Als Leserin stimme ich Herrn Goldmann völlig zu. Wie dies im redaktionellen Alltag umgesetzt werden kann, ist eine andere Frage aber der Denkanstoß ist schon mal gut.

 

Das Pflegen von guten Blogger Relations wird immer wichtiger in der PR, gleichzeitig ist die Zusammenarbeit zwischen PR-Agenturen und Bloggern nicht immer ganz unbedenklich. Bettina Blass von Fit für Journalismus zeigt im Gespräch mit drei PR-Expertinnen, was PRler von Bloggern erwarten und wie die Zusammenarbeit zum Erfolg wird. Da ResponseSource auch Blogger mit PR-Verantwortlichen in Kontakt setzt, sind einige sehr hilfreiche Tipps für beide Seiten dabei. Hauptkonfliktthemen zwischen Unternehmen und Bloggern sind meist die Diskussion um das Honorar sowie die Darstellung von Werbung, wozu Ramona Hapke noch einige Hinweise auf ihrer Webseite bereitgestellt hat.

 

Sehr lesenswert ist auch dieser Artikel im Flurfunk Medienblog aus Dresden zum Thema „Lügenpresse“. Journalisten in Sachsen erzählen, wie sie mit den Vorwürfen gegen ihren Berufsstand umgehen, wie sie anhand von gutem journalistischem Handwerk weniger angreifbar werden möchten, aber sich auch nicht einschüchtern lassen.

 

2016 wurde von den meisten als ein schlechtes Jahr wahrgenommen, leider sind die positiven Erwartungen an 2017 auch nicht sehr hoch. Der Journalist Dominik Leitner, im Sinne des konstruktiven Journalismus, will im kommenden Jahr zeigen, dass nicht alles schlecht ist und wird in seinem Blog 365guteDinge jeden Tag über etwas Positives berichten. Dabei geht es nicht um Kätzchen, die von Bäumen gerettet werden sondern um „Dinge […], die für die Menschheit im Gesamten von Bedeutung sind“.

 

Noch immer nicht genug gelesen? Dann empfehle ich euch noch diesen Jahresrückblick der NZZ-Redaktion, in dem Redakteure ihr persönlichen Favoriten des Jahres 2016 präsentieren.

 

Möchtet ihr Inhalte vorschlagen zu den Themen #Journalismus, #Medien, #Recherche? Dann meldet euch gerne per E-Mail (hallo@responsesource.de) oder auf Twitter (@RS_Germany).

 

Kategorie: Journalismus | Recherche, LiebLinks | Stichwörter: , , ,
Datum: | Autor:

Über Stephanie Hauer

Stephanie Hauer ist seit Oktober 2012 bei ResponseSource tätig und unterstützt das DACH-Team als Marketing Executive auf freischaffender Basis. Nach ihrem Studium in Soziologie und Philosophie an der University of Glasgow und einem Masters in Marketing, hat sie berufliche Erfahrungen im Verlagswesen, Business Development, sowie Marketing und Social Media gesammelt. In ihrer Freizeit fasziniert sie sich für Sprachen (sie lernt gerade Koreanisch) und Fotografie.

Es gibt keine Kommentare zu diesem Blogeintrag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.