Lieblinks von ResponseSource

LiebLinks – Linktipps vom September

Unsere Themen im September: Podcasts im Journalismus, die Finanzierung der Medien und ein Spendenaufruf aus den USA, Schreckensberichte von Journalisten aus Aleppo und eine schwedische Reportage zum De-facto-Regime Transnistrien.

In den Lieblinks empfehlen wir Online-Inhalte zum Thema Journalismus, die wir im vergangenen Monat besonders interessant fanden.

Viel Spaß beim Lesen und Durchklicken!

 

#Journalismus

Podcasts boomen bereits in den USA und kommen auch so langsam, wenn auch mit vorsichtigen Schritten, im deutschen Mainstream in Schwung. In seinem Podcast-Blog weist der Journalist @this_wachter darauf hin, welche Vorteile Podcasts for die Medienindustrie bieten können. Ob sich ein Podcast für Journalisten lohnt, das haben die Mediapreneure (@BOOTCAMPHamburg) in einem Interview mit Patrick Aust besprochen. Für alle die sich für das Podcasten entscheiden, zeigt Brigitte Hagedorn (@audiobeitraege) im Fachjournalist zudem, wie Journalisten ein eigenes Podcast auf die Beine stellen können und wie dies ein „Schaufenster für die eigene Expertise“ sein kann.

 

Christian Humborg (@chumborg), Geschäftsführer von CORRECTIV (@correctiv_org), erläutert warum die Debatte um die Zukunft der Journalismusfinanzierung, noch radikaler geführt werden sollte. Er erwähnt dabei welche Rolle Crowdfunding, „nutzerfreundliche Paywalls“, die Modernisierung der Öffentlich-Rechtlichen, die Unterstützung von Stiftungen,  gemeinnütziger Journalismus sowie Medienkonzerne wie Google und Facebook in der Finanzierung von Journalismus spielen können und sollten. Ein interessanter Denkanstoß: „Ohne Pressefreiheit kein Kapitalismus“.

 

Bei piqd (@piqd_de) weist Florian Meyer-Hawranek (@meyhaw) auf einen beachtlichen Spendenaufruf an Leser von Monika Bauerlein, Chefredakteurin von Mother Jones, hin. Das US-Magazin war für die unglaubliche Undercover-Story über private Gefängnisse verantwortlich, die sehr viel Medienbeachtung erhielt und sogar einen direkten politischen Effekt hatte – das US-Justizministerium gab anschließend bekannt, dass sie private Gefängnisse nicht mehr unter Vetrag nehmen würde. Doch eine solche Story, in der ein Journalist über vier Monate lang selbst in einem Gefängnis Undercover-Arbeit leistet, kostet sehr viel Zeit und Geld, in diesem Fall circa 350.000 Dollar. Bauerleins Artikel ist ein bemerkenswerter Aufruf an Spender und ein Plädoyer für die Finanzierung von gut recherchiertem Journalismus. Heute ist übrigens der letzte Tag des Spendenaufrufs.

 

Wer Freiberufler werden möchte oder auch bereits ist, kommt an diesem Text von Falko Löffler (@falkoloeffler) auf Medium nicht vorbei. Der Autor ist bereits seit 13 Jahren freiberuflich tätig und gibt praktische Tipps zur Alltagsplanung und einige Freiberuflerweisheiten mit auf den Weg. Der Text ist nicht nur lehrreich sondern auch humorvoll geschrieben, und wurde, laut Medium, innerhalb kürzester Zeit zu einem der meistgelesenen Artikel in dem Netzwerk.

 

#Interview

Theresa Bäuerlein hat bei Krautreporter ein überaus interessantes Interview mit einer jungen Frau geführt, die als Teenagerin für Donald Trumps Model-Agentur arbeitete. Was sie über die Arbeitsbedingungen zu sagen hat und welchem außergewöhnlichen Druck die jungen Models ausgesetzt waren, veranschaulicht auf konkrete Weise, welche Art Geschäftsmann Donald Trump ist.

 

#Longreads

Es ist schwer, dieser Tage nicht auch mindestens einen Beitrag zu den Zuständen in Aleppo zu teilen. Zwei schaurige und sehr empfehlenswerte Berichte von den Journalisten Zouhir al-Shimale (Zeit Online: „Wir sterben und alle schauen zu“) und Karam al-Masri (AFP: „Covering Syria through hunger and fear“) aus Aleppo.

 

Einen weiteren höchst interessanten Longform-Text den ich euch diesen Monat gern ans Herz lege, stammt vom swedischen Blank Spot Project (@blanksp_t). Nils Resares berichtet darin von seinem 24-stündigen Aufenthalt in Transnistrien, ein Landstrich der als unabhängig von Moldawien proklamiert wurde, aber nie international anerkannt wurde. Nicht ohne Grund, denn Transnistrien ist eine Freihandelszone für illegalen Waffenhandel, Menschenwandel und organisierte Kriminalität.

 

Habt Ihr Vorschläge zu den Lieblinks? Sollten es mehr Links sein oder weniger? Welche Themen interessieren Euch? Auf Feedback freue ich mich immer per E-Mail (stephanie.hauer@responsesource.de) oder auf Twitter (@RS_Germany).

 

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