Lieblinks

LiebLinks – Unsere Linktipps vom Februar

Konstruktiver Journalismus, Facebooks „Instant Articles für alle“, Longreads, Conversational Journalism – das waren nur einige der Themen, die diesen Monat in der Medienwelt diskutiert wurden. Diese und weitere Themen aus der Journalismus- und Medienwelt gibt es wie immer hier in der Lieblinks-Zusammenfassung.

Viel Spaß damit!

 

#Journalismus

Longreads, also längere redaktionelle Texte oder Essays, liegen im Trend und möchten sich mit tiefgründigerer Recherche, anspruchsvolleren Texten und neuen Darstellunsformen von der oberflächigeren und kurzlebigeren Nachrichtenwelt differenzieren. Carmen Molitor (@camo_kompakt) hat sich den Longread-Trend etwas genauer angeschaut und nennt einige lesenswerte Projekte.

 

Der Kommunikationswissenschaftler, Soziologe, Germanist und Verleger Oliver Bidlo erklärt im Gespräch mit Felix Fischalek im Fachjournalist (@DFJV_News), was genau positiver bzw. konstruktiver Journalismus bedeutet und gibt konkrete Beispiele dafür, wie eine ausgewogene Berichterstattung erzielt werden kann.

 

Richard Gutjahr (@gutjahr) legt jedem Medienmacher den Film „Spotlight“ ans Herz. Der Film zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wie leidenschaftlich Journalismus sein kann, aber auch welche Hürden man überbrücken muss, um eine investigative Recherche zum Erfolg zu führen. Die Moral der Geschicht: „Traditionelle journalistische Tugenden, wie Neugier, Recherche, Ausdauer und Standhaftigkeit […] müssen aktiv wiederbelebt werden.“

 

Der Tamedia-Verlag hat anhand von Leser-Feedback in Bezug auf seine „12-App“ (@zwoelf_app) festgestellt, dass lange und qualitative Texte auch im Online-Journalismus punkten können. Längere Texte erwiesen sich bei Lesern sogar als beliebter als kürzere Texte. Ein kurzer Blick in die Kommentar-Spalte des Artikels zeigt auch: Die Qualitätsdebatte ist noch lange nicht zu Ende.

 

Lokaljournalismus auf die etwas andere Art: Jedes Jahr zieht ein/e neue/r Journalist/in in die Burg Sooneck ein, um für sechs Monate lang direkt vor Ort über das Mittelrheintal zu berichten. Dieses Jahr wird Moritz Meyer (@Mr_Mo56) zum Burgenblogger.

 

Medien als die Vierte Gewalt war gestern. Der Journalist Johannes Klingebiel (@Klingebeil) beschreibt, wie Medien sich zunehmend um den aktiven Dialog mit Lesern bemühen müssen und auf einen sogenannten Konversationsjournalismus („Conversational Journalism„) zusteuern sollten. Das zunehmende Interesse bei Medien an Plattformen wie Snapchat sowie die neu gelaunchte News-App Quartz sind Beispiele für diesen Trend.

 

#Medien

Nach dem Erfolg vom US-Podcast Serial haben Audio-Storytelling-Formate auf dem amerikanischen Kontinent an Beliebtheit gewonnen. Das neu gestartete Podcast-Label viertausendhertz (@4000hertz) will erzählerische Audioformate auch nach Deutschland bringen. Sandro Schroeder (@SaSchroeder ) von Basic Thinking sprach mit Mitbegründer Nicolas Semak über die Zukunftspläne des Teams.

 

Die zwei jungen Journalisten Flavia Forrer (@Flavia_Forrer) und Simon Eppenberger (@S_Eppenberger) aus der Blog-Redaktion des Tagesanzeiger weisen auf ein festsitzendes Problem in der Medienbranche hin, nachdem es sich beim „Communication Summit 2016“ in Zürich auf offener Bühne abgespielt hat: Junge Nachwuchsjournalisten fühlen sich kaum ernst genommen, ihre Meinungen werden oft nicht gefragt, der Wunsch nach „frischem Wind“ wird selten real umgesetzt.

 

Der Facebook-„Todesstern“ namens Instant Articles wird am 12. April seine Tore öffnen und das kann nur eines heißen: der sichere Tod für uns alle. Naja, oder vielleicht doch nicht. Eine etwas gediegenere Analyse gibt Karsten Lohmeyer von LousyPennies (@LousyPennies) und rät, wegen Instant Articles weder in Panik noch Euphorie zu verfallen. Ausprobieren sollten Verlage es allemal.

 

#Reportage

Eine sehr empfehlenswerte aber auch sehr harte Reportage ist diese Reportage von Das Magazin (@tagi_magi) über eritreanische Flüchtlinge, die auf ihrer Flucht durch die Wüste von Schleppern für Lösegeld aufs Brutalste gefoltert werden. Vor einigen Jahren hatte ich im Süddeutsche Zeitung Magazin eine ähnliche Reportage gelesen, die mir heute noch unter die Haut geht. Damals sprach in der europäischen Politik allerdings noch niemand davon.

 

#Interview

Ich habe seit Langem kein so unterhaltsames und interessantes Interview mehr gelesen wie dieses Interview von Sven Michaelson mit dem Cheflektor von Suhrkamp Raimund Fellinger. Hier eine Kostprobe: „Bei Amos Oz ist mir im Klappentext zu Judas ein wahnsinniger Lapsus unterlaufen. Im Roman schreibt eine der Hauptpersonen eine Arbeit über Jesus, im Klappentext der ersten Auflage schreibt der Mann über Judas, was angesichts des Romanthemas nicht unheikel war. Das hat aber bis heute kein Schwein gemerkt.“

 

Übrigens: Ich nehme Content-Vorschläge zu #Journalismus, #Recherche und #Medien-Themen für unsere monatlichen Lieblinks auch sehr gerne per E-Mail (stephanie.hauer@responsesource.de) oder auf Twitter (@RS_Germany) entgegen.

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