Sieben Tipps für das Senden von Bildmaterial

Bilder sagen oft mehr als tausend Worte und in der PR trifft dies ganz besonders zu. Denn wenn man möchte, dass sein Produkt oder Service aus der Masse hervorsticht, muss man passendes und attraktives Fotomaterial zur Verfügung stellen können. Doch die Fragen, die sich im Zusammenhang von Bildmaterial oft stellen, sind meist praktischer und technischer Natur: Wie möchten Journalisten heutztage eigentlich Bildmaterial erhalten? Als Anhang oder doch lieber als Downloadlink? Welche Dinge gibt es in punkto Formate und Inhalt zu beachten? 

Vielleicht haben Sie eine Anfrage vor sich liegen, in der ein Journalist Bildmaterial angefragt hat oder Sie sind bereits mit einem Journalisten in Kontakt und haben Bildmaterial anzubieten. Was auch immer der Hintergrund, wir haben, basierend auf den Anfragen der letzten 12 Monaten, hier einige Tipps zusammengefasst, für jeden der zum ersten Mal Fotomaterial an Journalisten übermitteln möchte.

Die goldene Regel, die immer zutrifft: Lesen Sie die Anfrage sorgfältig – am besten mehrmals. Falls es sich um eine kurze Anfrage handelt ohne technische Anweisungen, prüfen Sie die Richtlinien für Bildmaterial auf der Webseite der Publikation oder in deren Mediadaten. Zögern Sie nicht, den Journalisten selbst zu fragen denn im Endeffekt spart das oft jedem Zeit.

1) Beachten Sie die Dateigröße Ihrer Bilder

Falls Journalisten spezifische Fotos in hoher Auflösung angefragt haben, schicken Sie diese auf eine Weise, ohne die Inbox des Journalisten zu sehr zu belasten oder zu überfüllen. Stattdessen können Sie eine der folgenden Optionen in Betracht ziehen:

Sie können Ihre Fotos in Form von kleinen aber klaren Vorschaubildern schicken, denn das spart dem Empfänger Zeit und erlaubt diesem, die Auswahl an Bildern schnell zu überfliegen und auf einen Blick sich für ein Foto entscheiden zu können. Die Bilder sollten trotzdem noch groß genug sein, um auch nützlich zu sein:

Manchmal bitte ich um Fotos in niedriger Auflösung und erhalte dann Fotos in Briefmarkengröße, die ich nicht mal richtig überprüfen kann, sodass es eine Zeitverschwendung ist. (freischaffende/r Journalist/in)

oder

senden Sie einen Download-Link. Dies kann eine gute Option sein, falls Sie ein komplizierteres Produkt oder eine Produktreihe repräsentieren, die besser in einer Bildstrecke, einem Video oder Katalog dargestellt werden. Die Links können auch von einer kurzen Beschreibung begleitet werden, wie z. B. „Fotos von der ganzen Reihe finden Sie hier: http://www… . Falls der Journalist allerdings spezifische Fotos angefragt hatte, stellen Sie sicher, dass sie diese auf einer Seite bereitstellen. Es ist so viel schneller und praktischer eine Seite mit Bildern einzusehen als sich durch mehrere Links durchklicken zu müssen.

Um zu zeigen, wie unterschiedlich die Bedürfnisse in punkto Bildmaterial sein können, hier sind einige Kommentare von Journalisten:

Das beste Format für mich sind normalerweise 300dpi Jpeg in hoher Auflösung, die ich dann entsprechend dem Artikel in der Größe anpassen kann. Eine Datengröße von 1MB ist ideal. (B2B Content Redakteur/in)

Ich wünsche mir JPGs in kleiner Auflösung (nicht mehr als 100KB), um zu sehen was zur Auswahl steht, und wenn ich einige davon nutzen möchte, frage ich die Bilder in hoher Auflösung an. Das sind dann 1-3MB… alles was darüber ist, ist zu groß! (Redakteur/in bei einer überregionalen Zeitung)

Hi-res, minimum 300dpi und idealerweise 2MB plus (Nachrichtenredakteur/in)

Ich wünsche mir vor allem Bilder für Printformate, also 300dpi und ungefähr in A4. Selbst wenn ich sie nur für Online Inhalte verwende, kann ich diese dann selbst verkleinern. JPG oder TIFF sind beide in Ordnung. Ich bevorzuge es, wenn man mir Bilder schickt, die nicht zu groß sind. Wenn ein Bild bereits 20MB schwer ist, dauert es ewig, um es herunterzuladen oder weiterzuleiten. (freischaffende/r Journalist/in)

2) Machen Sie Bildmaterial einfach zugänglich

Selbst wenn Sie Ihre Bilder nicht gleich in der ersten E-Mail mitschicken, ist es trotzdem eine gute Idee, diese immer zur Hand zu haben oder an einem Ort zur Verfügung zu stellen, wo man sie einfach herunterladen kann (vorzugsweise beides). Vielleicht können Sie sie in Ihrem Pressebereich oder in einer Fotostrecke auf Ihrer Webseite zur Verfügung stellen. So haben Journalisten darauf Zugriff, selbst wenn Sie gerade außer Haus oder nicht erreichbar sind. Die Bilder sollten ganz einfach verfügbar sein, ohne Schranken oder Anmeldepflicht. Journalisten stehen unter ständigem Zeitdruck und unnötige Hindernisse führen meist dazu, dass sie lieber über die Geschichte des Konkurrenten berichten, wenn ihnen eine Deadline im Nacken sitzt.

Das Wichtigste für uns ist, dass die Bilder jederzeit verfügbar sind (es ist erstaunlich wieviele [Ansprechpartner] nicht vorbereitet sind und entweder keine Bilder bereitstellen oder erwarten, dass man eine Woche darauf wartet). (Nachrichtenredakteur/in)

Vorausgesetzt Sie beachten die oben genannten Punkte bezüglich Datengröße, können Anhänge ihre Vorteile haben, aber sehen Sie sich vor zip.-Dateien vor. Sie machen die Übertragung von größeren Dateien vielleicht einfacher, vereinfachen aber nicht immer das Leben der Journalisten (und manche haben auch Sicherheitsbedenken weil man die Datei zuerst auf dem Computer speichern muss, bevor man sie öffnen kann).

Anhänge sind ok, aber bitte keine eingebetteten Fotos in einem Artikel oder einer Webseite – oder in einem WinZip-Ordner, das nervt echt. (B2B Content Redakteur/in)

3) Inhalt der Bilder

Versetzen Sie sich in die Lage der Leser und überlegen Sie sich, was Sie gern als Leser sehen würden, wenn Sie den finalen Artikel lesen. Sie sollten für jedes Szenario oder Produkt über das Sie sich Berichterstattung wünschen, Fotomaterial auf Vorrat haben.

Physische Gegenstände – im Fall von Produkten benötigen Journalisten gewöhnlich sogenannte Cut-Outs mit weißem Hintergund, die die Eigenschaften des Produktes zeigen. Das Produkt sollte am besten ganz abgebildet sein, sodass es Journalisten offensteht, ob sie das Layout ändern oder das Foto zurechtschneiden möchten. Andere Produkte können in sogenannten Lifestylefotos dargestellt werden, wo man das Produkt im Einsatz sehen kann. Oft möchten Journalisten beides, Cut-Out und Lifestylefotos, um eine größere Auswahl zu haben.

Sennheiser

Cut-Out: Kabellose Sennheiser Kopfhörer

Sennheiser

Lifestyle: Sennheiser Kopfhörer im Berufsalltag

Größtenteils benötigen wir für Produktdarstellungen Cut-Outs auf weißem Hintergund, ganz einfach ein klares Foto, das zeigt um was es sich dreht von einem guten Winkel (aber ohne Kunstfilter!). Manchmal sind Lifestylefotos gefragt. (Nachrichtenredakteur/in)

Geschichten über Menschen – wenn Sie einen Experten anbieten oder eine Fallstudie, sind Porträtfotos der Personen gefragt. Für Sprecher und Experten sollten diese klar und professionell aussehen, ähnlich wie Passfotos aber mit etwas mehr Persönlichkeit.

Portrait: Daryl Willcox, Gründer von ResponseSource

brussels marathon

Karitas-Event: Marathon in Brüssel

Event: Workshop für gesundes Essen

4) Photoshootings und Rezensionen

Bei einer Story die sich um ein Produkt, eine Person oder einen Ort dreht, kommt es manchmal vor, dass Journalisten nicht die gleichen Fotos wie andere Publikationen verwenden möchten und ein Interview oder Photoshooting anfragen, im Bürogebäude der Publikation oder an einem anderen Ort. Im Falle von Produkten sollten Sie darauf vorbereitet sein, dem Journalisten oder Fotografen ein Testexemplar des Produkts zu schicken und die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Manchmal bedeutet dies auch, dass Vorkehrungen für einen Besuch in Ihrem Unternehmen getroffen werden müssen, damit Fotos vor Ort geschossen werden können.

5) Aussagekräftige Bildlegenden und Dateinamen

Ob Sie Ihre Bilder per E-Mail schicken oder in einem Pressebereich auf Ihrer Webseite zur Verfügung stellen, beschriften Sie Ihre Bilder auf eine sinnvolle und klare Weise. So sind diese für Journalisten schnell auffindbar, einfacher einsetzbar und können einfacher bei Rückfragen auf sie verwiesen werden. Für ein Porträtfoto ist darylwillcox_responsesource_ltd.jpg beispielsweise besser als DSC62789.jpg. Dies nimmt nur wenige Sekunden Zeit in Anspruch, vereinfacht aber das Leben der Journalisten, die Sie eventuell für dieses rücksichtsvolle Verhalten in guter Erinnerung behalten werden.

6) Breit- oder Hochformat, Cut-Out oder Lifestyle, arty oder technisch, Infografiken, Diagramme, …

Wie vorhin bereits erwähnt, behalten Sie die Bedürfnisse der Leser im Hinterkopf und haben Sie eine breite Vielfalt an Bildformaten auf Lager. Manchmal ist ein ganz bestimmtes Format gefragt, beispielsweise für einen Blog der immer ein Kopfbild für seine Artikel verwendet.

7) Dropbox, WeTransfer , OneDrive, Google Drive

Diese sind einige Beispiele für Dienste die Sie benutzen können, um Bildmaterial per Download-Link zu übermitteln. Jeder dieser Dienste hat jedoch seine eigenen Vor- und Nachteile und keiner davon ist perfekt. Deshalb sollte man trotzdem jederzeit Fotos fürs Verschicken oder Herunterladen bereitstehen haben. Links können auch nach einer gewissen Zeit ablaufen und wenn Journalisten Ihre Fotos nicht einsehen können bevor sie sie herunterladen, dann gilt dies als eine Zeitverschwendung, insbesondere wenn Sie die gleiche Bildstrecke für alle Anfragen benutzen.

Es ist auch zeitaufwendig wenn ich nach einem bestimmten Bild frage und erhalte dann einen WeTransfer-Link zu all ihren Fotos (beispielsweise ich benötige das Foto eines Innenraums und erhalte Fotos von jedem Raum im Haus). (Freischaffende/r Journalist/in)

Jede Publikation ist anders und Journalisten haben dementsprechend auch verschiedene Bedürfnisse. Wie immer, wenn Sie sich in die Schuhe der Journalisten versetzen und auf ihre Wünsche eingehen, vereinfachen Sie die Arbeit der Journalisten und erhöhen gleichzeitig Ihre Chancen in die Medien zu kommen.

Haben wir noch etwas vergessen? Oder gibt es gewisse Aspekte bei der Beschaffung von Bildmaterial von Kunden, die wir nicht in Betracht gezogen haben? Dann lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

 

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