Wie Nachwuchsjournalisten ins Berufsleben einsteigen

„Journalisten werden für eine Zukunft in der Vergangenheit ausgebildet.“ So lautet der Kommentar eines Teilnehmers der Studie „Quo vadis Journalistenausbildung?“ vom DJV und der TU Ilmenau. Demnach haben 31,7% der angehenden Journalisten das Gefühl, sie würden zu wenig über das Recherchieren lernen, 58,0% finden, es wird zu wenig auf soziale Medien eingegangen und 66,2% wünschen sich einen besseren Überblick über neue digitale Tools. Der Einstieg ins Berufsleben erweist sich für junge Nachwuchsjournalisten zunehmend als Herausforderung. Viele Studenten und Volontäre fühlen sich unzureichend vorbereitet und wünschen sich genauere Einführungen in gewisse journalistische Arbeitstechniken: Wie führe ich ein Interview? Wie recherchiere ich? Welche digitalen Tool gibts es, die meine Arbeit erleichtern können?

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Recherchieren und netzwerken – Aber wie?

Gerade in Zeiten von Google & Co. und der damit einhergehenden Möglichkeit, schneller an aktuelle Informationen zu gelangen, ist und bleibt eine gute Recherche unabdingbar: das Recherchieren von Kontakten und das Identifizieren und Verifizieren von Quellen. Journalisten müssen heute in weniger Zeit mehr schaffen. Für junge Journalisten ist ein professionelles Netzwerk deshalb unabdingbar. Doch wie kommt man als Neuling an die richtigen Kontakte? Der Leiter und Geschäftsführer der Deutschen Journalistenschule Jörg Sadrozinski, den wir zu diesem Thema befragt haben, empfiehlt folgendes:

Recherche bedeutet nicht, nur ein paar Suchbegriffe bei Google einzugeben, sondern je nach Thema mit Fachleuten zu sprechen – direkt oder telefonisch, sich in Archiven und Datenbanken kundig zu machen, in Social Media Angeboten (Facebook, Twitter, Blogs) zu recherchieren, zu lesen und ein Netzwerk an Informanten aufzubauen. Netzwerke können über Newsletter- oder Tweet-Abos, Besuche von (Fach-)Veranstaltungen, Anfragen bei Kollegen oder Fachleuten aufgebaut und/oder gepflegt werden.“

Neue digitale Tools

Heute steht mittlerweile eine Vielzahl an digitalen Tools zur Verfügung, die die Kommunikation zwischen Journalisten und Fachleuten erleichtern. Auf der Portfolioplattform Torial können sich Journalisten einfach und kostenlos ein Profil anlegen, um ihre digitale Präsenz zu erhöhen und so einfacher mit relevanten Kontakten in Verbindung zu treten. Über ResponseSource können Journalisten schnell und unabhängig an Informationen für ihre Artikel oder Expertenmeinungen gelangen. Dies sind nur zwei Beispiele für digitale Journalistenplattformen. Das Blog Journalisten-Tools.de stellt regelmäßig weitere solcher Tools und Plattformen vor. Im August haben außerdem die beiden Schweizer Journalisten Luca Ghiselli und Angelo Zehr Journalismus Y gegründet – „ein Audio-Podcast über Journalismus aus der Sicht der Generation Y“. Ziel des Podcasts ist es, junge Journalisten dazu zu ermutigen, neue Wege zu gehen und auch mal zu widersprechen. Dabei legen Ghiselli und Zehr großen Wert darauf, neue Technologien und die Möglichkeiten des www intensiv zu nutzen.  Der „traditionelle“ Journalismus muss sich den Veränderungen stellen. Man sollte dies aber nicht als Bedrohung sehen, sondern als Chance, insbesondere für junge Journalisten.

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