Datenschutz (Quelle: Danny Oosterveer, Flickr, CC BY-ND 2.0)

Datenschutz für Journalisten: Vier Tipps für unverfolgtes Surfen

Wer sich im Internet bewegt, gibt zwangsläufig Daten preis. Allerdings besteht ein krasser Unterschied zwischen unverzichtbarem Datenaustausch (etwa Cookies oder temporärem Zwischenspeicher) und der Sammelwut einzelner Anbieter. Gerade als Journalist ist es daher wichtig, den eigenen digitalen Fußabdruck zu kontrollieren und so klein wie möglich zu halten.

Leider ist das Thema zu komplex, um es in einem einzelnen Blogeintrag abzuarbeiten. Es gibt aber ein paar Verhaltensweisen, mit denen man sich selbst schützen kann:

  1. Browser sauber halten: Gewöhnt euch an, regelmäßig die Browserdaten zu leeren. Der Grund: Webseiten können nicht nur Daten auslesen, die von der Seite selbst gespeichert werden, sondern auch andere Informationen abfragen. So lassen sich relativ einfach Profile der Surfer erstellen. Löscht ihr regelmäßig Cookies und temporäre Internetdateien, erschwert ihr den Datenkraken die Arbeit enorm.
  2. Technische Hilfsmittel nutzen: Browser-Erweiterungen wie Ghostery (ein Plugin, das verwendete Tracking-Systeme auf Webseiten zeigt), Suchmaschinen wie DuckDuckGo (die Daten der Nutzer anonymisiert und so Profile verhindert) oder Anbieter wie Trash-Mail (bei dem sich Wegwerf-E-Mails einfach erstellen lassen) lassen sich einfach nutzen und machen Datensammlern das Leben schwer. In die jeweiligen Dienste findet man sich schnell ein, oft will man sie nach einer kurzen Umstellungsphase kaum mehr missen.
  3. Denken, dann posten: Unbedachte Äußerungen im Web, etwa auf sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook, können schnell zu richtigen Shitstorms werden (wie etwa der etwas geschmacklose Tweet einer PR-Beraterin über eine anstehende Afrikareise). Klar, diese Angebote sind super, um in Kontakt zu bleiben oder das eigene Profil im Web zu schärfen. Aber denkt stets noch einmal über euren Beitrag nach, bevor ihr ihn absetzt – und wenn ihr auf etwas wütend seid, lohnt es sich vielleicht, eine Nacht darüber zu schlafen…
  4. Misstrauisch bleiben: Angebote, die zu gut sind um wahr zu sein, sind es meist auch. Informiert euch daher, wer hinter einem Angebot steckt und prüft im Web, ob ihr mehr Daten zu den Machern finden könnt.

Bei ResponseSource nehmen wir den Datenschutz nicht auf die leichte Schulter. Ein Weg, wie wir die Privatsphäre der Nutzer schützen, sind unsere verschlüsselten E-Mails. Anfragen, die wir an die registrierten Kommunikationsexperten senden, enthalten nicht die vom Journalisten eingetragene E-Mail-Adresse. Stattdessen verschlüsseln wir diese und erstellen eine temporäre ResponseSource-E-Mail-Adresse, die an die Kontakte weitergegeben wird. Für die Antworten ist das irrelevant, diese laufen dennoch im Posteingang des Journalisten auf – und nur, wenn er Kontakt mit einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung aufnimmt, erhält dieser Partner auch die Kontaktinformationen. Adresssammler und Spam-Versender haben so keine Chance.

Datenschutz ist nicht immer einfach oder bequem. Aber es lohnt sich, den eigenen Fußabdruck im Web so gering wie möglich zu halten. Verratet uns doch in den Kommentaren, welche digitalen Tarnkappen ihr verwendet.

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz und Informantenschutz hat etwa der Deutsche Journalisten-Verband auf dieser Webseite zusammengestellt, ebenfalls hilfreiche Informationen liefert die nr-Werkstatt 14  sowie dieser Themenschwerpunkt des Netzwerk Recherche

Bildquelle:

Titelbild: Flickr-Nutzer Danny OosterveerCC BY-ND 2.0

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