Karten, Audio, Video: Fünf clevere Werkzeuge zur multimedialen Gestaltung eurer Artikel

Online-Journalismus kann so viel mehr als nur einfachen Text und Bilder darstellen. Es gibt immer mehr Anbieter, die großartige Dienste und Werkzeuge zur Verfügung stellen, mit denen sich selbst einfache Themen aufbereiten und faszinierend darstellen lassen. Die meisten Dienste haben Vor- und Nachteile, denn sie werden als Cloud-Service angeboten. Damit entfällt zwar das Aufsetzen eines lokalen Servers, allerdings muss man die Hoheit über die eigenen Daten teilweise abgeben. Dieses Szenario ist aber ideal, um die Dienste einfach mal auszuprobieren und anschließend, wenn es bei den Nutzern gut ankommt, eine lokale Lösung zu entwickeln.

Tilemill: Es muss nicht immer Google Maps sein

Google oder Microsoft bieten zwar Kartendienste, die sich kostenlos nutzen lassen, allerdings sind diese an Bedingungen bezüglich der maximalen kostenlosen Abrufzahl geknüpft. Wollt ihr Karten anpassen oder einfach nur den Google-Look loswerden, dann seht euch Tilemill an. Der Editor für Windows, Mac OS X oder Linux lässt sich kostenlos herunterladen und erlaubt das Erstellen interaktiver Karten. Der Editor lädt Daten aus zahlreichen Quellen, diese lassen sich anschließend anpassen und mit Hilfe der CartoCSS-Sprache interaktiv gestalten und mit weiteren Informationen versehen.

TileMill hilft beim Erstellen angepasster Karten. (Quelle: TileMill)

TileMill hilft beim Erstellen angepasster Karten. (Quelle: TileMill)

CartoDB: Datenjournalismus trifft Kartenansicht

Eine Alternative zu Tilemill ist CartoDB. Dieser Dienst ist vor allem darauf angelegt, viele Informationen in Kartenansichten darzustellen und eignet sich etwa ideal, um Dinge wie Preisverteilung, Wahlbeteiligungen oder ähnliches interaktiv darzustellen.

Mit CartoDB kann man Visualisierungen und eigenen Karten basteln. (Quelle: CartoDB)

Mit CartoDB kann man Visualisierungen und eigenen Karten basteln. (Quelle: CartoDB)

CartoDB setzt auf eine relativ leicht zu lernende Programmiersprache und bietet eine ganze Reihe an Hilfestellungen an, um den Import der Daten und deren Aufbereitung zu erklären. Die Macher bieten einen kostenlosen Account an. Wer mehr Leistung benötigt, der muss zwischen 49 und 599 US-Dollar pro Monat ausgeben.

SoundCite: Text wird zu Audio

Die Knight Labs haben es sich zur Aufgabe gemacht, Software zu erstellen, die einem dabei hilft, die Öffentlichkeit zu informieren. Das klingt nach einer enormen Aufgabe, aber bereits jetzt entstehen dadurch zahlreiche sehr praktische Tools, die Journalisten den Alltag vereinfachen. Ein solches Tool ist SoundCite.

Das kostenlose SoundCite erweitert Texte um eine Audio-Funktion: Aus einer Audioquelle (zur Wahl steht SoundCloud, MP3 oder Ogg) und einem Text erstellt SoundCite ein einbettbares HTML-Element, das direkt in den Text eingebunden wird. Ist der Browser des Lesers kompatibel (nahezu jeder aktuelle Browser sollte die Technik unterstützen), kann dieser den grauen Bereich anklicken und hört die jeweilige Audiodatei.

Mit SoundCite kann man Audio direkt in Texte einbauen. (Quelle: SoundCite)

Mit SoundCite kann man Audio direkt in Texte einbauen. (Quelle: SoundCite)

Das Tool ist nicht nur für Vor-Ort-Reportagen (etwa bei Demonstrationen oder Konzerten) interessant, sondern auch um etwa Texte für sehbehinderte Leser zugänglicher zu machen. Der Quelltext von SoundCite lässt sich auf GitHub herunterladen.

Thinglink: Schluss mit Bildunterschriften

Thinglink will die Bildunterschrift begraben – und das so, dass ihr niemand nachweint. Die Web-Applikation erlaubt es, Bilder mit zusätzlichen Informationen (Text, Video, Audio oder andere Bilder) zu überlagern. Auf den Bildern sind kleine Grafiken zu sehen, ein Klick darauf zeigt die jeweils hinterlegte Datei an.

Leider bietet Thinglink nur eine Cloud- und keine lokal installierbare Version. Wer nicht direkt zahlen will, kann den Dienst in der Grundversion kostenlos nutzen.

ThingLink erweitert Bilder um interaktive Elemente. (Quelle: ThingLink)

ThingLink erweitert Bilder um interaktive Elemente. (Quelle: ThingLink)

Pageflow: Framework für digitale Geschichten vom WDR

Die Snowfall-Reportage der New York Times hat eindrucksvoll gezeigt, wie sich Reportagen im Web überzeugend realisieren lassen. Der Nachteil: Nicht jedes Magazin hat die Ressourcen und das technische Knowhow der NYT. Die gute Nachricht kommt vom Westdeutschen Rundfunk: Dieser hat Pageflow ausgegliedert, eine Art Mini-CMS, das für die Darstellung bildschirmfüllender Reportagen gedacht ist. Und das unabhängig vom Endgerät. Pageflow rendert die Inhalte so passend, dass sie die Endgeräte bildschirmfüllend anzeigen.

Pageflow erlaubt das Erstellen von dynamischen Reportagen. (Bildquelle: Pageflow.io)

Pageflow erlaubt das Erstellen von dynamischen Reportagen. (Bildquelle: Pageflow.io)

Pageflow ist Open Source und lässt sich lokal installieren – setzt allerdings einiges an Software voraus. Alternativ bieten die Macher einen gehosteten Dienst an. Die Preise für das Hosting bewegen sich zwischen 69 Euro und 429 Euro pro Monat.

Wenn ihr noch auf der Suche nach zusätzlichen Informationen, Videomaterial oder Audiodaten seid, kann euch ResponseSource die notwendigen Kontakte verschaffen. Unser Recherche-Tool bietet euch eine spezielle Anfragekategorie für Audio, Video und Bilder. Eure Anfrage wird automatisch an alle angeschlossenen Experten geschickt, die sich direkt bei euch melden, wenn sie passende Ergebnisse haben.

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